
Ich dachte ja eigentlich immer, man müsse sich um Arbeit kümmern. Hier reicht es scheinbar schon, leicht hungrig aussehend in der Küche zu sitzen. Kommt die Arbeit von selbst. Wird zwar in Naturalien bezahlt, aber zwei Tage Übernachtung im Hostel für vier Stunden eben jenes putzen – soll mir recht sein.
Dafür wird das Essen knapp. Nicht aus Geldmangel, sondern weil die Geschäfte hier zu unmenschlichen Zeiten schließen. Samstag 17.00 Uhr – Hallo?! Dafür angeblich Sonntags geöffnet. Hat mir die Schüssel Haferflocken (Anteil der Nährstoffe am täglichen Bedarf bei 30 g Rationszuführung zwischen 0,3 und 5 Prozent) aber nicht erspart. Lecker. Achso – plus Schlammbrötchen von gestern. Auch lecker.
Alles garnicht so wichtig, denn: Bestes Herbstwetter bei strahlendem Sonnenschein in Perth und Umgebung heute. Vorsorglich Sonnenmilch LSF 50 auf die Glatze geschmiert. Man weiß ja nie. Das Gesicht macht einen leicht gespannten Eindruck, aber ich habs noch nicht gesehen.
Die Dosis hab ich mir bei meinem ersten Lacrosse-Spiel (zusehen, nicht selber spielen) geholt.

Im schönen hier steht jetzt gleich einfach der Name des Spielfelds und keiner der werten Leser sieht, wie lange ich mir das Hirn zermartert hab um auf den verdammten Namen zu kommen – dann aufgestanden, ins Zimmer gegangen, die Buskarte geholt, wieder zurückgekommen und dann aufgeschrieben und all das nur, weil das Internet wieder pro Minute bezahlt wird – fucking neunzehnhundertachtundneunzig oder was? Floreat Oval im Stadtteil Wembley. Es spielten Western Australia – Victora Endergebnis 7:20. Das Problem bei diesem Ergebnis ist folgendes: Die Mannschaft aus Victoria war hier im Hostel (Western Australia) untergebracht. Ist der Konflikt erkennbar? Ich habe also verhalten für Victoria gejubelt und mich dann innerlich über den Sieg der Gastgeber das schöne Wetter und die Freundlichkeit der Menschen in Western Australia gefreut.
Im Anschluss daran dann den nahegelegenen Strand besichtigt, den Wind ins Gesicht blasen lassen und die unerschrockenen Langarm-Wetsuit tragenden Surf-Locals beobachtet. Ergebnis: Ein ganzer Tag Spaß und Unterhaltung, die noch zwölf Stunden zuvor nicht abzusehen waren.
Ein weiterer Beweis, an der aktuell einzigen Planung – Spontanität – festzuhalten. Bis gestern Abend kannte ich nämlich noch keinen der Lacrosse-Spieler und wollte mich früh ins Bett legen. “Den Jetlag noch ein bisschen auskurieren” (Haha) Hab ich dann auch gemacht: Die Clublandschaft in Perth muss sich nicht verstecken. Liegt alles kompakt in einem Viertel, kostet zu 90% keinen Eintritt und bietet für jeden Geschmack etwas. (Die Türsteher sollte man allerdings nicht ärgern. Die sind groß, unglaublich genervt und haben kein Problem damit, unglaublich kleine, unglaublich betrunkene, unglaublich betrunkene, unglaublich aggressive Lockenköpfe massivst auseinanderzunehmen. Ich war wirklich erschrocken – wollte sogar die Polizei /Krankenwagen rufen, wurde dann aber vom Türsteher (groß/genervt/kein Problem [...] auseinanderzunehmen) ermahnt, mich um meinen “fucking own shit” zu kümmern) War dann so gegen 3.00 im Bett …

Morgens dann allerdings trotzdem um 9.00 Uhr wach – hatte ja schon was gegen meinen Jetlag getan (Haha)
Heute nacht geht das Kurprogramm dann um 2.30 Uhr mit Fußball weiter. Um 8.00 Uhr dann putzen und im Anschluss dann nach Alternativen zu Haferflocken mit Milch umsehen. Ich versuche allerdings, vor Fußball nochmal ins Bett zu kommen, um ein bisschen vorzuschlafen (Haha?) und verabschiede mich mit diesen Worten vom werten Publikum:
Bis zum nächsten Update, gute Nacht.
#1 by Schweeester on 10 July 2010 - 9:53 pm
ich liiiiebeee das erste fotoooo!
der ganze text HAHA ;o)
#2 by rnzr on 16 July 2010 - 11:17 am
<3